Zentrale Middleware als Schlüssel für skalierbare Datenintegration

| Christian Romeis

Wie integriert man wachsende Unternehmensstrukturen effizient? Systeex zeigt, wie eine zentrale Middleware Datenflüsse automatisiert, IT-Silos auflöst und Wachstum beschleunigt – bei täglich über 250.000 Datensätzen.


In der Welt des Brandschutzes zählt jede Sekunde. Dass dies auch für die IT-Infrastruktur gilt, beweist unser gemeinsames Projekt mit der Systeex Brandschutzsysteme GmbH. Was Mitte 2023 als architektonische Vision begann, hat sich heute zu einem zentralen Nervensystem entwickelt, das viele Systeme und Mandanten sowie Millionen von Datensätzen nahtlos miteinander verbindet.


Die Herausforderung: Wachstum braucht Geschwindigkeit

Systeex ist auf Expansionskurs. Durch die strategische Übernahme neuer Unternehmen wächst die Gruppe stetig – und mit ihr die Komplexität der IT-Landschaft. Die zentrale Frage lautete: Wie integriert man neu zugekaufte Firmen innerhalb kürzester Zeit in die bestehende Struktur, ohne dass der Datenaustausch im manuellen Chaos versinkt?

Die bestehenden Kernsysteme agierten weitgehend als Inseln. Datenflüsse waren entweder nicht vorhanden oder mussten mühsam manuell gepflegt werden – ein zeitaufwendiger und fehleranfälliger Prozess.

Die Lösung: Die Central Integration Platform (CIP)

Gemeinsam mit Systeex trafen wir die Entscheidung für einen radikalen architektonischen Schnitt: Die Einführung einer zentralen Middleware auf Basis von Apache Camel.
Das Herzstück der Lösung ist das Publish-Subscribe-Prinzip. Der Clou dabei: Die Systeme müssen nichts voneinander wissen.

  • Maximale Flexibilität: Ob CSV, SOAP, REST oder direkte Datenbankzugriffe – Publisher liefern Daten über Adapter an die Plattform
  • Neutrales Format: Die CIP übersetzt alle Informationen in ein einheitliches Format und stellt sie in Queues bereit.
  • Entkoppelte Abnehmer: Interessierte Systeme (Subscriber) holen sich genau die Daten ab, die sie benötigen – in ihrem eigenen Zielformat.

Der Erfolg in Zahlen: Skalierung ohne Grenzen

Die Leistungsfähigkeit der Plattform zeigt sich am deutlichsten im operativen Betrieb. Innerhalb von drei Jahren ist das System massiv gewachsen und bewältigt heute Volumina, die manuell nicht mehr darstellbar wären:

  • 250.000+ Datenbewegungen. Jeden Tag.
  • 7,5 Mio. Prozesse pro Monat
  • ~1.000 aktive Datenströme

Mehr als Technik: Fachprozesse im Fokus

Datenintegration ist weit mehr als ein IT-Projekt; sie ist Prozessoptimierung par excellence. Der Erfolgsfaktor liegt nicht im Code, sondern im tiefen Verständnis der Business-Logik und die wahre Arbeit steckt in der fachlichen Vorarbeit.

Entsprechend sind die Fachabteilungen maßgeblich in die Entwicklung eingebunden, da das Zusammenspiel der Systeme primär durch die abteilungs- und firmenübergreifende Zusammenarbeit definiert wird. Nur durch diese Verzahnung wird sichergestellt, dass die technische Umsetzung die realen betrieblichen Anforderungen präzise abbildet.

Volle Kontrolle durch das Data Integrated Recovery Board

Damit Systeex jederzeit die Hoheit über ihre Daten behält, haben wir neben einem technischen Monitoring das Data Integrated Recovery Error Board Setup, kurz: DIRE Board implementiert. Über dieses Dashboard kann der Kunde:

  1. Den Status aller Übertragungen in Echtzeit einsehen.
  2. Daten bei inhaltlichen Fehlern direkt korrigieren.
  3. Zustellungen bei Bedarf manuell neu triggern.

Das Fazit: Ein Fundament für die Zukunft

Die Zusammenarbeit mit Systeex ist ein Paradebeispiel für eine gelebte Partnerschaft. Ohne die CIP wäre die Integration neuer Firmen heute ein massiver Bremsklotz für das Wachstum. Stattdessen ist Systeex agiler denn je.

Das Projekt ist noch lange nicht abgeschlossen. Da ständig neue Mandanten integriert und weitere Systeme angeschlossen werden, bleibt die vertrauensvolle Zusammenarbeit das Herzstück unserer Partnerschaft.