Werden in Gelnhausen bald die Jobs der Zukunft gebaut? romeisIE und Die Zukunftsbauer entwickeln Projekt für neue Berufsbilder

Wie sehen die Berufe der Zukunft aus? Und wie kann man sie sich jetzt schon bauen? Damit beschäftigen sich Die Zukunftsbauer aus Berlin gemeinsam mit dem Gelnhäuser Softwareentwickler romeisIE. Ein Pilotprojekt für die Barbarossastadt soll Schülerinnen und Schüler mit Unternehmen zusammenbringen und die Jobs der Zukunft schon heute wahr werden lassen.


In einem zweitägigen Workshop haben die Softwareschmiede romeisIE und die Organisation Die Zukunftsbauer an einem Konzept für die Entwicklung neuer Berufsbilder gearbeitet. Klingt abstrakt, ist es aber gar nicht. Christian Romeis, Geschäftsführer von romeisIE, sagt: „Unser Ansatz für die Zukunft lautet: Sie ist nicht vorherbestimmt, sondern kann frei gestaltet werden.“

Die Zukunftsbauer haben ein Programm ausgearbeitet, das sich „Die Zukunftsreise“ nennt und junge Menschen ganz konkret im Rahmen einer Studien- und Berufsorientierung zu Gestaltern der Zukunft werden lässt. Mit diesem Programm hat es die Organisation schon mehrfach ins Abendfernsehen geschafft. Romeis: „Dieses Programm wollen wir ganz konkret auf unsere Region anpassen und sogar noch ausweiten.“

Die Zukunftsreise geht so: Die Jugendlichen entwickeln die für sie ideale Zukunft – gekoppelt an einen Job, den es heute noch gar nicht gibt. Welche Berufe können das sein? „Da ist alles möglich“, sagt Christian Romeis. Zum Beispiel Sauerstoffproduzent, Bio-Landwirt unter einer Glaskuppel oder Hologramm-Architekt. Sobald die neuen Berufsbilder entstanden sind, „wird es richtig spannend“, betont Romeis.

Denn dann werden die Schülerinnen und Schüler mit den Unternehmen zusammengebracht. Auf einer Jobmesse stellen sie ihre Zukunftsberufe vor. Die Betriebe können anbeißen und anschließend ganz konkret an der Umsetzung des Zukunftsberufs arbeiten – natürlich zusammen mit den Jugendlichen, die sich den Job ausgedacht haben. Im Falle des Hologramm-Architekten könnte das zum Beispiel so ablaufen: Eine Schülerin entwickelt das Berufsbild, ein Architekt findet die Idee klasse, und ein Unternehmen aus dem Main-Kinzig-Kreis entwickelt gemeinsam mit der Schülerin und dem Architekten die Software für eine VR-Brille – fertig ist der neue Beruf.

Und wer hat etwas davon? „Alle profitieren“, betont Romeis. Die Schülerinnen und Schüler knüpfen früh Kontakte zu Betrieben und können sich darüber bewusst werden, was sie einmal machen und werden wollen. Die Unternehmen können die Zukunft der eigenen Branche mit gestalten und obendrein noch begeisterte Auszubildende gewinnen. Und auf die Region und den Main-Kinzig-Kreis kann sich diese Innovationskraft ebenfalls nur positiv auswirken, „da die kreativen jungen Leute dann eher in der Heimat bleiben“, sagt Romeis.

Noch ist das Konzept nicht komplett fertig, aber romeisIE und Die Zukunftsbauer biegen auf die Zielgerade ein. Das Projekt hat sich bereits herumgesprochen: Einige Unternehmen seien schon neugierig geworden, und auch der Main-Kinzig-Kreis habe seine Unterstützung signalisiert. Es gebe auch interessierte Schulen, die sich eine enge Zusammenarbeit vorstellen können. Beim zweitägigen Workshop dabei war beispielsweise Sabine Katzmann, Schulleiterin der Montessori-Schule Main-Kinzig. Außerdem dabei: Sebastian Köhler, Geschäftsführer der Softwarefirma abatisens, sowie Bernd Weidmann von der Digital-Marketingagentur WIV.

Christian Romeis ist guter Dinge, dass schon Anfang 2021 in Gelnhausen damit begonnen werden kann, die Jobs der Zukunft zu bauen. Der romeisIE-Chef sagt: „Wir sind voller Tatendrang und haben ordentlich Rückenwind. Wir werden das Konzept fertigstellen und uns dann sofort auf die Suche nach einer Partnerschule begeben, mit der wir dieses Leuchtturmprojekt starten können.“

Sie wollen den Jugendlichen dabei helfen, die Jobs der Zukunft zu entwickeln (von links): Sebastian Köhler (abatisens), Angelika Romeis (romeisIE), Sabine Katzmann (Montessori-Schule Main-Kinzig), Aileen Moeck und Magdalena Eder (Die Zukunftsbauer) sowie Christian Romeis (romeisIE) und Bernd Weidmann (Kinzig Valley). Foto: romeisIE